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TransBalkan, ich bin bereit! | Ben Koch

Es ist so weit!

Das TransBalkanRace steht vor der Tür und Vorfreude und Spannung könnten nicht größer sein. Am Freitag, den 3. Juni fällt der Startschuss und so wurde im letzten Monat meiner Fitness, sowie meinem Gepäck der letzte Schliff verpasst und nun freue ich mich auf die 1356 km lange Gravelstrecke von Slowenien bis Montenegro. Heute werde ich euch einen Überblick über das Rennen und meine Packliste geben und einen kleinen Eindruck vermitteln, wie viele Gedanken in den Details stecken. - Ob die gezogenen Schlüsse letztlich aufgehen, darauf bin ich selbst am meisten gespannt! Sicher bin ich mir nur in einem: Es wird ein riesiges Abenteuer.

Die bevorstehende Herausforderung

Auf mich warten 1356 km mit 27 000 Höhenmetern –auf 82 % der Strecke wird mir mein Gravelbike sehr wahrscheinlich ein Lächeln ins Gesicht zaubern, da wir diese abseits von Straßen unterwegs sind und ich und mein Open U.P. uns dort unglaublich gut verstehen. Die Route führt durch vier Länder mit drei verschiedenen Währungen und elf Nationalparks. Ich rechne zwar nicht mit Begegnungen, aber ich weiß, dass mit mir Bären, Wölfe, Luchse und goldene Schakale in den Bergen sind. Jeweils nach einem Drittel der Strecke, in Donji Lapac sowie Mostar, wartet ein Checkpoint mit warmem Essen und der Möglichkeit, meine Akkus wieder mit Strom zu versorgen auf mich. Egal was dort aufgetischt wird, es wird nach Unmengen an Riegeln und schneller Verpflegung sicherlich ein Festmahl! Besonders herausfordernd wird es vor dem ersten Checkpoint, da dort ein 270 km langer Abschnitt ohne eine Einkaufsmöglichkeit auf mich wartet. Auf diesem Teilstück bin ich gespannt, wie ich es lösen werde, an das so wichtige Wasser zu gelangen. Offizielles Ende des Rennens ist nach 9 Tagen und 16 Stunden in der Bucht von Kotor in Montenegro. Bildlich habe ich schon die gelöste Stimmung im Licht der Abendsonne vor mir, wie wir, beim abschließenden Grillfest am Meer sitzend, spannende und verrückte Geschichten der vergangenen Tage austauschen werden - ja, es kann losgehen! Bei diesem Gedanken freue mich richtig darauf!

Auf dem Weg zum Minimum

Woher nehme ich meine Anhaltspunkte, was für ein Event wie das Transbalkan Race eingepackt werden sollte?

Nach jeder meiner Radreisen nehme ich mir die Zeit, meine Packlisten zu analysieren: Was hat sich bewährt? Was war unnötiger Ballast? Was fehlte?

Auf meinen ersten Radreisen in Europa hatte ich immer nur eine Picknickdecke dabei, sodass vom Boden her keine Feuchtigkeit an meinen Schlafsack gelangen konnte, woraus ich damals schloss: Ach, wenn ich hier noch nie etwas Wärmeres gebraucht habe, dann komme ich damit auch in Alaska klar - es ist ja immerhin Sommer. Mit kleinem Sommerschlafsack und der erwähnten Picknickdecke im Gepäck ging es also nach Anchorage. Nach einer Woche, in der ich bitterlich gefroren hatte, wurde mir schmerzlich bewusst, dass ich doch die gut gemeinten Ratschläge hätte annehmen sollen…

Aber meine Devise ist nun einmal, alles auszuprobieren, bevor ich bereit bin, Zugeständnisse zu machen, da darunter nun mal der Fahrspaß leidet.

Mein perfektes Gepäck muss also für das TransBalkanRace alle denkbaren Wetter-, Defekt- sowie überraschend aufkommenden Situationen abdecken, darf dabei jedoch keinerlei überschüssige Ersatzteile, Materialien oder Kleidungsstücke beinhalten. Jeglichster Luxusartikel wird außen vor gelassen, da die Reise an sich genügend Unterhaltung bietet. Das Zentrale für die Auswahl sind Packmaß und Gewicht – ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was man alles auf eine Küchenwaage legen kann.

Ist denn das noch Urlaub?

Ihr mögt euch vielleicht fragen, wie kann eine Reise bzw. ein Urlaub ohne jeglichen Luxus überhaupt noch Spaß machen bzw. ein „Urlaub“ sein? Ich verfolge grundsätzlich das Ziel, meine Reisen erlebnisreich zu gestalten und habe festgestellt, dass ich mit kleinem Budget und wenig Gepäck deutlich kreativer bin, da Lösungen für verschiedenste Probleme gefunden werden müssen. Diese „Probleme“, diese unvorhergesehenen Ereignisse und Dinge, die nicht nach Plan laufen sind letztlich auch die Geschichten, die einem im Gedächtnis bleiben. Sie sind genau die Momente, die man gerne zuhause erzählt.

Meine Packliste für das TransBalkanRace

Die Packliste für das TransBalkanRace ist die kürzeste, die ich je geschrieben habe.

Da ich die meiste Zeit auf dem Fahrrad verbringen werde, gilt es, die wenigen Kleidungsstücke sehr bewusst auszuwählen. Ich werde ein Set Kleidung für das Fahren und eines zum Schlafen einpacken. Für kältere Nächte sollte ich mit einem Mesh-Unterhemd, einer langen Funktionsunterhose, sowie der Daunenjacke bestens gewappnet sein.

Ich trage dauerhaft Knielinge, da meine Knie erfahrungsgemäß weniger Probleme bereiten, wenn sie gut gewärmt sind. Auch eine Weste werde ich durchgehend tragen und durch Öffnen und Schließen regulieren, wieviel Wind meine Brust trifft, um nicht nach Anstiegen oder bei einsetzendem Regen anhalten zu müssen. Sollte das Wetter umschlagen, habe ich noch eine Regenjacke dabei.

Für das Fahren bei Nacht vertraue ich auf meine „Lupine-Neo“ Helmlampe mit entsprechend leistungsfähigen Akkus und mein „ELEMNT-ROAM“ Fahrradcomputer wird mich auf dem schnellsten Weg sicher nach Montenegro navigieren.

Für einen schnellen und reibungslosen Einkauf werde ich neben einer Mastercard die verschiedenen Währungen der Länder bei mir haben (Kroatien: Kuna, Bosnien: Konvertible Mark, Slowenien und Montenegro: Euro), auch wenn ich bislang im Balkan selten Situationen hatte, bei denen eine Bankkarte nicht ausreichte.

Der Ort zum Wohlfühlen

Mein Schlafsack ist nicht nur ein Ersatz für die gewohnte Decke, sondern ein Wohlfühlort für mich - eine sichere Bank, auf die ich mich verlassen kann, sollte es mir nicht gut gehen, ich müde sein oder frieren. Der Schlafsack in Kombination mit einer Isomatte und einer Notfalldecke gegen Feuchtigkeit stellt eine super Basis für die kurzen, aber wichtigen Erholungsphasen dar.

Minimalismus dieses Mal ausgereizt?

Mein Open U.P. mitsamt Gepäcktaschen und Inhalt bringt gerade einmal 12,0 kg auf die Waage. Aber ob ich die optimale Packliste gefunden habe? Ich sehe mich jetzt schon grinsend in der Bucht von Kotor, im Ziel des TransBalkan sitzen, wie ich bei einem Kaffee meine Liste hervorhole, meine Missgeschicke Revue passieren lasse und den Rotstift ansetze, um spätestens für „Badlands“ die wirklich optimale Liste zusammen zu haben.

Wie ein gut geölter Dieselmotor

Mein Training war in den letzten Wochen anders, als in den Vorjahren: Da die Trittfrequenz beim Gravel nicht allzu relevant und die Fahrweise deutlich kraftbetonter ist, wurden weniger Spitzenleistungen und stattdessen kraftorientiertere Intervalle gefahren und das Sitzfleisch trainiert. Als Ergebnis würde ich mich im Moment als einen sehr gut geölten Dieselmotor beschreiben. Des Weiteren wurde der Biorhythmus ein wenig verwirrt, indem sehr frühe Trainings eingebaut und Trainingseinheiten über den Tag hinweg gesplittet wurden, damit mein Körper nicht nur zu gewohnten und regelmäßigen Trainingszeiten seine Leistung abrufen kann.

Teilnehmer aus aller Welt

Neben der Herausforderung bin ich gespannt auf die verschiedensten Charaktere und Typen, die im Teilnehmerfeld des TBR22 aus aller Welt auf mich warten. Wer die Reise aus Afrika, den USA oder verschiedensten Ländern Europas auf sich nimmt, um sich dieser Herausforderung zu stellen, teilt mit Sicherheit meine große LEIDENschaft für das Radfahren.

Gespannt bin ich auch, die Größen der Ultra- Szene kennenzulernen wie Lael Wilcox aus den USA, die letzte Woche in vier Tagen nochmals 1380 km im Gelände trainiert hat, Manu Truccolo, der 2021 das „Bohemian Border Bash“ , ein vergleichbares Gravel-Event gewann, Dan Craven, ein ehemaliger Mountainbike Profi, Axel Brenner, zweiter des Silk Mountain Race 2021 (in welchem Lael fünfte wurde!) oder den Belgier Lieven Schroyen, der schon mehrere Rennen dieser Art für sich entscheiden konnte.

GPS-Signal #43

Wer Lust hat meinem GPS-Signal während des Rennens zu folgen, wird ab Freitag den 3. Juni auf der Seite Dotwatchers.cc oder direkt unter folgendem Link auf dem Laufenden gehalten (Startnummer 43):

GPS Signal verfolgen »

Danke!

Auch wenn es ein Blog ist, der auf der Hardys.tv Seite veröffentlicht wird, möchte ich es gesagt haben: Die Unterstützung, die ich materiell, menschlich und fachlich durch das Team von Hardys erfahre, ist unglaublich. Ich weiß es sehr zu schätzen und hoffe in der kommenden Woche ein wenig davon zurückgeben zu können.

Ich freue mich und bin selbst unglaublich gespannt darauf, welche Erlebnisse vom Balkan ich bald mit euch teilen werde.

Bis in einem Monat - nach dem TransBalkanRace und vor Badlands! Denn: Nach dem Rennen ist vor dem Rennen!

Gruß Ben

Highlights meiner Ausrüstung

Gegenstand Gewicht
Restrap Race Saddle Bag (7L) 234g
Apidura Racing Long Top Tube Pack (2L) 210g
Revelate Design Ripio Frame Bag (5L) 227g
Schlafsack: SeaToSummit SPO I 340g
Isomatte: Thermarest Ueberlite 250g
Regenjacke: POC- Supreme Rain Jacket 85g
Daunenjacke: Haglofs L.I.M. Essens Jacket 147g
Ersatzschläuche: Tubo CX/Gravel Ultraleicht 60g
Helmlampe: Lupine Neo 50g
Akkus: Lupine SmartCore:
3.5Ah
6.9Ah
13,8Ah
 
135g
240g
430g
Trinkweste: Evoc Hydro Pro 1,5L Trinkweste
(+ eine weitere 1,5l Trinkblase)
226g
Gravelbike Open U.P.- Individualaufbau 8,2kg
Zur kompletten Packliste »

Wenn Du auf der Suche nach einem individuellen Gravelbike bist, dann schau in unseren Konfigurator oder komm in unseren Laden in die Hegelstraße 7 nach Großbettlingen! Sprich uns an und komm mit Deinen Wünschen und Anforderungen auf uns zu oder vereinbare einen Termin für Deine Bikeberatung: E-Mail info@hardys.tv.

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